Brücken bauen zwischen Theologie und Naturwissenschaften
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Argumentativ geführter DialogDie „besondere Qualität der Arbeiten von Evers“, so Akademiedirektor Dr. Jan Badewien (Karlsruhe) in seiner Laudatio, sei sein „steter Hinweis auf die Notwendigkeit eines argumentativ geführten Dialogs mit den Naturwissenschaften unter Wahrung eines klaren christlichen Standpunkts“. Der Preisträger zeige in seinen Arbeiten, „wie Theologie und Naturwissenschaften jeweils für den anderen eine kritische Funktion haben“. Während Theologie eine „praktische Orientierungsdisziplin“ sei, mahne die Naturwissenschaft, offen zu bleiben für die Vielfalt der Phänomene und für widersprüchliche Deutungen der Welt. Wo die Naturwissenschaft eigene Weltbilder entwickle, verlasse sie ihren eigentlichen Fachdiskurs und begebe sich auf eine Ebene, wo sie ihrem Wissenschaftsanspruch nicht mehr gerecht wird. Aber auch die Theologie solle sich davor hüten, der fundamentalistischen Versuchung zu unterliegen und die „Ausdifferenzierung in Ethos, Recht, Politik, Wissenschaft und Religion rückgängig machen zu wollen“.
Dies geschehe durch Erzählungen und Beschreibungen, „durch die uns Gott als das Geheimnis der Wirklichkeit auf unserer Menschsein anspricht“. Evers vertrat die Auffassung, dass unser Menschsein „nur gewinnen kann, wenn wir beide Denk- und Lebensbewegungen zusammenbringen“. Evers betonte, dass das Leben nicht gleichgültig gegenüber sich selbst ist. Aus theologischer Sicht sei Schöpfung das Ineinander von Zufall und Notwendigkeit. Es gebe "weder einen Masterplan noch ein beliebiges Chaos". Relglion und Glauben seien ein Versuch, "den Lebenssinn über das Feststellbare von Zufall und Notwendigkeit hinaus zu finden".
Zur PersonEvers wurde 1962 in Bielefeld geboren, er studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Münster und Tübingen sowie am Tamilnadu Theological Seminary, Madurai (Südindien). 1994-2005 war er Kirchlicher Assistent am Evangelischen Stift Tübingen bei Prof. Dr. Eberhard Jüngel. Lehrauftrag an der Evangelischen Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Er promovierte 1999 zum Thema „Raum ‑ Materie ‑ Zeit. Schöpfungstheologie im Dialog mit naturwissenschaftlicher Kosmologie“ und veröffentlichte 2005 seine Habilitationsschrift: „Gott und mögliche Welten. Studien zur Logik theologischer Aussagen über das Mögliche“. Seit 2005 ist er Forschungs- und Studieninspektor am FORUM SCIENTIARUM der Universität Tübingen und Privatdozent für Systematische Theologie.
Veröffentlichungen (in Auswahl)
Der prämierte Beitrag und die Beiträge zum Bad Herrenalber Akademiepreis sollen in der Reihe Herrenalber Forum veröffentlicht werden. Mehr zur Person und ausführliche Veröffentlichungsliste: http://homepages.uni-tuebingen.de/dirk.evers/
Ralf Stieber, Karlsruhe, 12. Oktober 2009 |
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. © Evangelische Akademie Baden |
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