Herrenalber
Protokolle |
Hrsg. von der Evangelischen Akademie Baden, 89 S., broschiert, 10 DM, Karlsruhe 1994, ISSN 09344-6007, Band 102 der Reihe Herrenalber Protokolle, Vertrieb: Evangelische Akademie Baden, Postfach 2269, 76010 Karlsruhe.
Die Konflikte um den Todeszeitpunkt sind alles andere als akademische Diskussionen. Wie bei allen ethischen Fragen spielen die Bedingungen des realen Lebens in die Diskussion um die Organtransplantation hinein: die Möglichkeiten eines weltweiten Organhandels, z. B. zugunsten der Reichen, die Fragen der Prioritätensetzung in der medizinischen Versorgung angesichts begrenzter wirtschaftlicher Ressourcen oder die hohen Erwartungen und das gleichzeitig tiefe Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber der naturwissenschaftlich-technischen Medizin. Der vorliegende Band in der Reihe Herrenalber Protokolle setzt sich mit der zentralen Frage auseinander, ob es möglich ist, in der Frage des Todeszeitpunktes zu einem gesellschaftlichen Konsens zu kommen.
Inhalt
Fred Salomon: Wann ist ein Mensch
tot?
Fred Salomon: Organspende.
Zwischen Trauer und Zustimmung
Jürgen in der Schmitten: Kritik der
Für-tot-Erklärung gemäß dem "Hirntod"kriterium
Johannes Hoff: Das "Hirntod"kriterium und
die Achtung vor der Unverletzlichkeit des anderen
Franz Vonessen: Der Tod und die Würde
des Menschen
Michael
Nüchtern: Der Anfang kommt zum Ende
Günter Kirste: Organspende als
Selbstverständlichkeit
Zu den Autoren
Dipl. theol. Johannes Hoff ist Philosoph
und katholischer Theologe in Tübingen. Dr. med. Günter Kirste
ist Privatdozent am Transplantationszentrum Freiburg, Leiter der Sektion
Transplantationschirurgie am Klinikum der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg. Pfarrer Dr. theol. Michael Nüchtern ist Akademiedirektor
an der Evangelischen Akademie Baden. Dr. med. Fred Salomon ist
Privatdozent am Städtischen Krankenhaus Lemgo. Jürgen in der
Schmitten ist Arzt und promoviert z. Zt. über Fragen von
Intensivmedizin, Behandlungsabbruch und Patientenautonomie in Tübingen.
Professor Dr. phil. Franz Vonessen lehrt Philosophie an der
Universität Freiburg.