"Bad Herrenalber Akademiepreis" erstmals vergeben
Gespräch zwischen Theologie und den Wissenschaften fördern
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Dem FAZ-Redakteur Dr. Jürgen Werner (Frankfurt) wurde am Sonntag, den 6. September 1992, der interdisziplinäre "Bad Herrenalber Akademiepreis" verliehen. Der in diesem Jahr erstmals vergebene Preis wird laut Ausschreibung alljährlich vom Freundeskreis der Evangelischen Akademie Baden an den Autor eines "herausragenden Vortrages aus den Tagungen der Akademie" vergeben. Ziel des mit 3.000 DM dotierten Preises ist es, "das Gespräch zwischen Kirche und Gesellschaft, insbesondere zwischen Theologie und den anderen Wissenschaften, zu fördern und zur Orientierung zu helfen".

Der im Rahmen der Akademietagung "Die sieben Todsünden der Menschheit. Anstöße zu einer ökologischen Ethik" gehalte gehaltene Vortrag von Jürgen Werner mit dem Titel "Der unreife Apfel. Variationen zu den sieben Todsünden" setzt sich mit der Frage auseinander, wie die alte Todsündenlehre für den modernen Menschen gerade auch im Hinblick auf die ökologische Krise fruchtbar gemacht werden kann. Werner fragt, was den Menschen veranlaßt, Grenzen zu überschreiten. Er schreibt dazu: "Erst dort, wo die Vermessenheit zur Maßlosigkeit sich steigert, ist die Grenzüberschreitung in jeder Hinsicht schädlich. Der Mensch, der sich zum Maß aller Dinge macht, gefährdet sich selbst."

Der Akademie-Preisträger Jürgen Werner wurde 1956 in Aschaffenburg geboren. Er studierte katholische Theologie an der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen und dann Philosophie, Germanistik und evangelische Theologie an der Universität Frankfurt. 1984 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Im selben Jahr Jahr wurde er Redakteur bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Werner hat Lehraufträge für Philosophie an der Universität Frankfurt und Leipzig.

Ralf Stieber, Bad Herrenalb, den 6. September 1992


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