Engagement gegen die
Verdinglichung menschlicher Föten |
Die Hamburger Politologin Dr. Ingrid Schneider erhält den "Bad Herrenalber Akademiepreis" 1997. Die Jury des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Baden würdigt damit den Akademievortrag "Der ökonomisierbare Mensch. Werden Organe und Gewebeteile zur Ware?", den Schneider im vergangenen Jahr anläßlich der Akademietagung "Der Mensch - Rohstoff und Ersatzteillager?" hielt. Die mit 3000 DM dotierte Auszeichnung soll am 27. Juli dieses Jahres in der Akademie in Bad Herrenalb verliehen werden.
Ingrid Schneider wurde 1962 in Münnerstadt (Bayern) geboren. Sie ist Redakteurin im Ressort Dokumentation der Zeitschrift "Stern" (Hamburg) und hat 1996 an der Universität Hamburg im Fachbereich Politikwissenschaften zum Thema "Föten: Der neue medizinische Rohstoff. Medizintechnologie, Körperpolitik und gesellschaftliche Verantwortung" promoviert (Die Arbeit wurde veröffentlicht im Campus-Verlag, Frankfurt.)
Schneider hat in zahlreichen Zeitschriften Beiträge zum Thema Technologie- und Gesundheitspolitik veröffentlicht. Schwerpunkte war dabei die Themen Weltwirtschaft, Körperpolitik und Geschlechterverhältnisse. Anläßlich der Bundestagsanhörung zum Transplantationsgesetz im Oktober 1996 war sie Sachverständige. Im November 1996 wurde sie für ihr Engagement mit dem "Ethikpreis" der christlichen Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur "DS - Das Sonntagsblatt" ausgezeichnet.
Ralf Stieber, Karlsruhe, 13. Februar 1997