Beitrag zur Tagung Einsteigen - Umsteigen - Aussteigen |
Gehen ist die beste Form der BewegungAkademietagung zur Zukunft der Mobilität
Projektleiter "Next Generation Train" beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) vorstellte. Zurzeit werde an einem neuartigen Hochgeschwindigkeitszug geforscht, der 25 Prozent schneller fahren kann ohne die bestehenden Sicherheitsstandards zu verletzen, gleichzeitig aber nur halb so viel Energie wie herkömmliche Systeme verbraucht. Dass es auch über den Wolken Mobilitätsgrenzen gibt, verdeutlichte Dipl.-Ing. Horst Hüners (Köln), u.a. Leiter des Projekts AEROSTABIL beim DLR. Flugplätze und Luftraum seien der "Flaschenhals" für den Luftverkehr in Europa, mit dem geschickt umgehen muss. Ziel sei eine effiziente Nutzung der Infrastruktur bei gleichzeitiger Reduktion der Anwohnerbelastung. Aus der Technikgeschichte lernenAn eher vergessene Seiten der Technikgeschichte erinnerte der Technik-Historiker Joachim Radkau (Bielefeld): Noch in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sei das Auto in Deutschland eher unpopulär gewesen. Die bedeutungsvolle Zäsur der bundesdeutschen Automobilgeschichte liege in der Zeit um 1960, als die Zweckbindung der Mineralölsteuer für den Straßenbau beschlossen wurde. Damit sei aber ein "permanenter Zwang zum Ausbau des Straßennetzes installiert worden". Radkau unterstrich, dass sich ein Blick in die vielfältige Technikgeschichte gerade in Sachen Mobilität lohne. Viele gute Konzepte seien schon einmal da gewesen, seien dann aber nicht weiterverfolgt worden. Geschwindigkeit nach menschlichem MaßFür eine "Wiederentdeckung der Geschwindigkeit nach menschlichem Maß" sprach sich Akademiedirektor Siegfried Strobel (Karlsruhe) aus. Geschwindigkeit sei mehr als eine physikalische Formel, vielmehr müsse auch der Faktor Mensch berücksichtigt werden. Diese Wiederentdeckung sei gesund für den Körper, gut für den Geldbeutel und prima für das Klima. Die biblische Schöpfungsgeschichte kenne diese Form der Geschwindigkeit: sie ende mit dem Sabbath, mit der Feier der freien, von aller Geschäftigkeit frei gehaltenen Zeit. Ralf Stieber, Karlsruhe, 4.2.2010
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