Vorwort zum Halbjahresprogramm 2/2010 Evangelische Akademie Baden

 

 

Auf ein Wort

 

 

Sie gelten als Meisterwerke der modernen Ingenieurskunst: die Windkrafträder. Gewaltig erheben sie sich in die Landschaft, dem einen zum Ärgernis, dem anderen als Zeichen einer neuen Zeit. In der Nachfolge der alten Windmühlen, stehen sie für eine Trendwende in der Energietechnik: Weg vom aufbrauchenden Konsum kostbarer fossiler Energieträger hin zu erneuerbaren Energien. Wie ihre Vorfahren, so leisten auch die modernen Nachkommen der alten Windmühlen eine gewaltige Übersetzungsarbeit. Windenergie, die ja letztlich auch Sonnenenergie ist, wird übersetzt in mechanische Energie, die wiederum in elektrische Energie transformiert wird.

Übertragen kann man sagen: Windmühlen und moderne Windkraftwerke lassen sich bewegen und dadurch können sie in Bewegung bringen.

Für mich ist das ein schönes Symbol dafür, was wir mit unserer Akademiearbeit

Akademiedirketor Siegfried Strobel

bewirken wollen: Sich bewegen lassen von Fragen und Infragestellungen unserer Zeit und dadurch Herzen, Hirne und Hände von Menschen in Bewegung bringen. Wenn ich recht sehe, stehen wir in unserer Gesellschaft hier und weltweit vor riesigen Herausforderungen der Transformation. Die Handlungsspielräume werden enger und in manchen Bereichen bläst uns der Wind auch gewaltig ins Gesicht.

In der Bibel ist der Wind oft das Bild für den Geist Gottes, das Bild für Gottes Kraft und für sein Wirken unter uns Menschen. Akademien sind deshalb auch Orte, deren Diskurse nicht allein durch Wissenschaftlichkeit oder durch einen Bildungsbegriff bestimmt sind, sondern auch durch die Option, gesellschaftliche Transformationen im Sinne des Evangeliums anstoßen zu wollen.

Viele Fragen bewegen uns in unserer Zeit. Mit dem Programm der Evangelischen Akademie Baden nehmen wir Strömungen aus dem persönlichen und gesellschaftlichen Bereich auf. In offenen Diskursen wollen wir „Übersetzungsarbeit“ leisten und damit bei uns persönlich und in unserer Gesellschaft etwas anstoßen.

Sie sind dazu herzlich eingeladen, sich bewegen zu lassen und etwas in Bewegung zu bringen.

Akademiedirektor Siegfried Strobel

 


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