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Quelle: Evangelische Akademie Baden
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Quelle: Evangelische Akademie Baden
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Das Genug von Angebot und Nachfrage in Wirtschaft und Gesellschaft

Verleihung des Bad Herrenalber Akademiepreises Prof. Dr. Niko Paech

„Durch das Teilen von Arbeitszeit, Aufgaben und Gütern wird der Mensch davon befreit, 40 Stunden arbeiten zu müssen, um das besitzen zu müssen, was er teilen kann. Dann wird ein Schuh namens Postwachstumsökonomie draus“. Der lang anhaltende Applaus des Publikums honorierte den Vortrag des Preisträgers Niko Paech zur „Ökonomie der Genügsamkeit“. Mit diesem Thema steht er in einer langen wissenschaftsökonomischen Tradition, die christlich sehr anschlussfähig ist. Die Frage nach dem „Genug“ in Wirtschaft und Alltag steht ebenso zentral für Niko Paechs wissenschaftliche Arbeit wie die Suche nach mehr Lebensqualität.

Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Alexa Maria Kunz vom Freundeskreis der Akademie zusammen mit Prof. Dr. Niko Paech
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Ekkehard Fulda, Prof. Dr. Traugott Schächtele, Claudia Rauch, Arngard Uta Engelmann, Prof. Dr. Niko Paech und Dr. Alexa Maria Kunz (v.l.)
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Der Festakt wurd vom Duo YuNiKa aus Karlsruhe begleitet

Eintreten für weltoffenes Denken

Niko Paech wird für sein Wirken und seine Impulse bei der Youth Academy, der Gesellschaftspolitischen Jugendbildung der Evangelischen Akademie Baden geehrt. Durch seine herausfordernde und unbequeme Logik, für die er selbst als Person einstehe, besteche Niko Paech laut Studienleiterin Claudia Rauch. „Wachstum und Nachhaltigkeit sind für ihn nicht miteinander in Einklang zu bringen. Dabei geht es ihm jedoch nicht um Verbote, sondern vielmehr stellt er ein glückliches Leben durch Befreiung von unnötigem Konsumballast in Aussicht“, so Claudia Rauch.
Akademiedirektorin A. Uta Engelmann hob den Vorbildcharakter Niko Paechs als Wissenschaftler und Mensch hervor, auch für die gesamte Evangelische Akademie Baden. Seine Glaubwürdigkeit, sein Eintreten für ein streitbares weltoffenes Denken und ein gutes Leben bei Einhaltung der planetaren Grenzen wirkten bis in die Arbeitsweise kirchlicher Strukturen hinein.

Reduktion im menschlichen Maß

„Es gibt noch genau eine Chance, die Schöpfung zu retten“ sagt Paech. Jetzt sei es an der Zeit, zu handeln. Dazu sei es nötig, in allen Bereichen zu reduzieren, nicht diktatorisch, sondern in menschlichem Maß. Auch die Bundesregierung kritisierte er konkret. Diese versuche durch so genanntes „green washing“ die Energiewende  als „grünes“ Wachstum zu beschönigen. Dabei gebe es laut Paech jedoch „kein grünes Elixier, keine Wunderwaffe der Wissenschaft, um das Problem zu lösen, den Planeten zu retten“. Noch nie sei der Mensch so frei gewesen wie im 21. Jahrhundert, doch führe genau das in eine neue Depression. Der Mensch brauche nicht nur Finanzen und Konsumgüter, sondern auch die Zeit, diese Dinge zu nutzen. Erkenne der Mensch laut Paech diese Sättigung, sei es möglich, Wirtschaft und Konsum zu reduzieren. Dabei gehe es nicht vordergründig um Verzicht.  Der Schutz der Menschen vor Reizüberflutung ist für ihn ausschlaggebend. Mithilfe des wirtschaftlichen Reduzierens könne der Mensch Lebensqualität gewinnen, Glück finden und die planetaren Grenzen bewahren.

 

Ulrike Nemson, Karlsruhe, 22.10.2018