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Glocke in Bad Herrenalb

Glockenläuten in Bad Herrenalb (Video-Clip)

Ingenieure müssen ihre gesellschaftliche Verantwortung stärker wahrnehmen

"Bad Herrenalber Gespräche" fordern deutlicheres Engagement des VDI gegen Vertrauensmissbrauch in der Technik ein

Vor dem Hintergrund des Skandals um die Manipulation der Dieselmotoren hat Prof. Dr. Christoph Hubig vom Institut für Philosophie der TU Darmstadt eine aktivere Rolle des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in der Bekämpfung von Vertrauensmissbrauchs in der Technik gefordert. Der VDI habe sich selbst in diesem Bereich sehr ambitionierte Maßstäbe gesetzt, betonte der Technikphilosoph Ende Januar im Rahmen der „Bad Herrenalber Gespräche“ der Evangelischen Akademie Baden in Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (Bezirk Karlsruhe).

Quelle: Dr. Dieter Heidtmann, Karlsruhe
Prof. Dr. Christoph Hubig
Quelle: Dr. Dieter Heidtmann, Karlsruhe
Dr. Christian Büscher
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Dieter Heidtmann
Hubig verwies auf die Präambel der „Ethischen Grundsätze des Ingenieurberufs“ des VDI, in der festgelegt sei, dass „der VDI Maßnahmen zur Aufklärung, Beratung, Vermittlung, Förderung und zum Schutz der Beteiligten in allen Fragen der Technikverantwortung ergreift.“ Diese Verantwortung habe der VDI in den vergangenen Jahren zu wenig wahrgenommen. „Die Ingenieure müssen ihre gesellschaftliche Verantwortung wieder stärker in den Blick nehmen.“

Betroffene Ingenieure schützen

Hubig verwies auch auf das Eigeninteresse des VDI: “Eine aktivere Rolle des VDI in solchen Konflikten dient auch dem Schutz der betroffenen Ingenieure“. In den ethischen Grundsätzen des VDI sei festgelegt, dass „in berufsmoralischen Konfliktfällen, die nicht zusammen mit Arbeits- und Auftraggebern gelöst werden können, Ingenieurinnen und Ingenieure institutionelle Unterstützung bei der Verfolgung ethisch gerechtfertigter Anliegen suchen. Notfalls ist eine Alarmierung der Öffentlichkeit oder die Verweigerung weiterer Mitarbeit in Betracht zu ziehen.“
Hubig setzte sich in seinem Beitrag für eine andere Fehlerkultur in den deutschen Unternehmen ein: „Wir brauchen neue Anreizsysteme für eine transparente Fehlerkommunikation.“ Eine gute Fehlerkultur sei die beste Basis, um teure Systemfehler frühzeitig zu verhindern.

Vertrauen und Vertrauensverlust

Dr. Christian Büscher vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT Karlsruhe verwies auf die Funktion von Vertrauen für die Entwicklung zukünftiger Infrastrukturen, z. B. in der Energieversorgung. Rollenerwartungen, z. B. der deutsche Ingenieur, die deutsche Ingenieurin, seien wichtige Adressen der Vertrauenszuweisung, um Unsicherheiten abzubauen. „Der deutsche Ingenieur, die deutsche Ingenieurin hatte vor den Skandalen bei VW und bei Siemens weltweit einen guten Ruf. Der Vertrauensverlust trifft dann nicht nur einzelne Unternehmen, sondern vermutlich den gesamten Berufsstand.“

Gesellschaftliche Verantwortung

Der Leiter der Tagung, Dr. Dieter Heidtmann, unterstützte die Forderung nach einer neuen Vertrauenskultur. „Vertrauen in der Technik ist wandelbar und muss immer wieder neu gewonnen werden. Die Ingenieure stehen dabei in einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.“
 
Ein ausführlicher Bericht über die Tagung folgt in Kürze.

Karlsruhe/Bad Herrenalb, 1.2.2017
 
 
 
Internet
Datei zum Downloaden
Bericht zur Tagung "Vertrauen in die Technik"