Evangelische Akademie Baden - Herzlich willkommen auf unseren Seiten! Quelle: © Jan Becke - stock.adobe.com
Aktuelle Veranstaltungen
Fr. 22.02.2019 - So. 24.02.2019
Evangelische Akademie Baden Bad Herrenalb
meinliebesleben. Von Liebe und Erotik in den Religionen
So. 03.03.2019 - Fr. 08.03.2019
Evangelische Akademie Baden Bad Herrenalb
Fasten für den Leib – Nahrung für die Seele
Fr. 22.03.2019 - So. 24.03.2019
Evangelische Akademie Baden Bad Herrenalb
„Das bin ich! – und das ist gut so!“
Di. 26.03.2019
Geistliches Zentrum St. Peter St. Peter
Wirtschaften im ländlichen Raum: abgehängt oder mit Perspektiven?

weitere Veranstaltungen ...
Akademie-Veröffentlichungen

 Herrenalber Protokolle 129:
Quelle: Evangelische Akademie Baden
Beiträge zu 90 Jahren Weltanschauungsarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Baden
 

Herrenalber Protokolle 128:
Quelle: Evangelische Akademie Baden
Gernot Meier (Hg.)
Beiträge zu 90 Jahren Weltanschauungsarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Baden
 

Herrenalber Forum 83:
Quelle: Evangelische Akademie Baden
Gerhild Becker / Arngard Uta Engelmann / Verena Wetzstein
Ein Impuls zur Sterbehilfedebatte
 

Herrenalber Forum 82:
Quelle: Evangelische Akademie Baden
Gernot Meier / Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Hg.)
Literarische Positionen zwischen den Weltkriegen

Herrenalber Forum 81:
Quelle: Evangelische Akademie Baden
Konstantin von Notz
Perspektiven für die digitale Revolution

Facebook Twitter YouTube RSS
Akademie mobil
Twitter News

 Social-Media-Inhalte aktivieren

Tagungshaus Bad Herrenalb
Glocke in Bad Herrenalb

Glockenläuten in Bad Herrenalb (Video-Clip)

Nachhaltigkeit braucht einen Dialog der Gesellschaft

KIT-Vizepräsident Hirth: Ingenieure können substantielle Beiträge zur Weltrettung leisten

"Wir haben uns nichts weniger vorgenommen als die Rettung der Welt." Mit diesem ehrgeizigen Satz leitete Akademiestudienleiter Dr. Dieter Heidtmann (Karlsruhe) die Tagung "Ingenieure als Weltretter? Die technischen Herausforderungen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen" ein. Auch wenn Heidtmann im nächsten Satz die Weltrettungshoffnungen mit "zumindest in kleinen Schritten" wieder einschränken musste, verbergen sich hinter den 17 globalen Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung der Welt bis 2030 höchst anspruchsvolle Aufgaben.

Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf einen Blick
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Lebendige Gesprächsrunden - hier vor dem Nachhaltigkeitsziel 2 "Kein Hunger"
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Hirth: "Die beste Art, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, ist es,sie aktiv und gemeinsam zu gestalten."
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Prof. Dr. Thomas Hirth im Gespräch mit Bernhard Schwager
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Jana Strecker und Annette Steingrube (v.l.) von "Ingenieure ohne Grenzen e.V."
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Dieter Heidtmann

Wahre Herkulesaufgaben

Die Kernbotschaft der "Agenda 2030" lautet: "Wir sind entschlossen, die Menschheit von der Tyrannei der Armut und der Not zu befreien und unseren Planeten zu heilen und zu schützen. Wir sind entschlossen, die kühnen und transformativen Schritte zu unternehmen, die dringend notwendig sind, um die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit und der Widerstandsfähigkeit zu bringen. Wir versprechen, auf dieser gemeinsamen Reise, die wir heute antreten, niemanden zurückzulassen." Den Planeten zu schützen, den Klimawandel zu begrenzen und die natürliche Lebensgrundlagen zu bewahren sind wahre Herkulesaufgaben, die insbesondere an Ingenieurwissenschaften und Technik große Anforderungen stellen.

Dialog der Gesellschaft notwendig

"Alleine können Ingenieure die Welt nicht retten, aber sie können substantielle Beiträge leisten", unterstrich Prof. Dr. Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Eröffnungsvortrag über den Beitrag der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu den nachhaltigen Entwicklungszielen. Angesichts der vielen drängenden Fragen und Themen bräuchte es "einen Dialog der Gesellschaft". Noch immer gäbe es viele Menschen, die sich so verhalten, "als stünden uns zwei Erden zur Verfügung".

Masterplan für nachhaltige Entwicklung

Hirth betonte die Notwendigkeit eines "Masterplans für die nachhaltige Entwicklung". Ein wichtiger Beitrag dazu sei das Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, nicht zuletzt aber auch die internationale Zusammenarbeit. Die beste Art, die globalen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, sei es, "sie aktiv und gemeinsam zu gestalten". Die gesellschaftliche Verantwortung, so Hirth in Bad Herrenalb, sei deshalb Teil der Zukunftsstrategie des KIT mit dem Ziel, "Wissen zum Nutzen von Gesellschaft und Umwelt" zu schaffen und "maßgebliche Beiträge zu den globalen Herausforderungen der Menschheit" zu leisten.

Nachhaltigkeit in der Praxis

Im Folgenden ging es um die Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsprojekte in der Praxis. Bernhard Schwager berichtete über die Klimastrategie der Robert Bosch GmbH als Beitrag zum UN-Aktionsplan. Die KIT-Hochschulgruppe "Engineers without Borders" berichtete von ihren Erfahrungen mit einem Dorfentwicklungsprojekt in Ostindien. Annette Steingrube und Jana Strecker von "Ingenieure ohne Grenzen" stellten anhand ihrer Projektarbeit in Haiti und in verschiedenen afrikanischen Ländern vier Thesen auf: 1. Erfolgreiche Projekte brauchen einen langen Atem, 2 Deutsche Ingenieure sind vor Ort nicht immer nötig, 3. Selbsttragende Projekte sind erfolgreicher, 4.In Deutschland kann man mit seinem Handeln viel (mehr) erreichen.

Austausch zwischen Nord und Süd

Wie der Technologie- und Wissensaustausch zwischen Nord und Süd sinnvoll organisiert werden kann, verdeutlichte Prof. Rainer Mertes (TU Berlin/knaus mertes architekten GmbH). Mertes kritisierte falsche politische Vorgaben. Die Bundesregierung betreibe eine aktivistische Hilfe, bei der immer noch das Eigeninteresse im Vordergrund steht. So könnten wir nicht retten, was wir selbst an Schäden verursachen. Für Mertens ist "der Ingenieur nicht Weltretter, sondern Entwickler an einem gemeinsamen Ziel."

Neue Allianzen

Die Tagung endete mit einem Podiumsgespräch über "Neue Allianzen in der globalen Zusammenarbeit". Philipp Keil (Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg) warnte, dass sich die Weltwirtschaft zu einem "suizidalen System" entwickelt habe. "Wenn wir so weitermachen, gibt es für unsere Kinder keine Überlebenschance."  Diana Kraft-Schäfer, EZ-Scout bei der IHK Karlsruhe, stellte Kooperationsprojekte zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft vor. Dr. Armadou Sienou (Afrika hilft Afrika e.V.) verwies auf die Kompetenzen der Migrantinnen und Migranten aus den Entwicklungsländern, die in der Entwicklungszusammenarbeit viel zu wenig wahrgenommen würden.

 Dr. Dieter Heidtmann äußerte sich am Ende der Tagung, die in Kooperation mit der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) und Ingenieure ohne Grenzen e.V. veranstaltet wurde, sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Es seien konkrete Projekte zur Weiterarbeit vereinbart worden, zudem habe der "Markt der Möglichkeiten" für die über 60 Teilnehmenden Möglichkeiten zur Mitarbeit und Vernetzung geschaffen.

Ralf Stieber, Karlsruhe 29.1. 2019
 
 
 
 
Internet