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Unter Sternen am Rhein

Literarischer Sommer im Schloss Beuggen

Video-Clip zur Lesung von Claudia Gabler im Teehaus von Schloss Beuggen
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Schloss Beuggen am Rhein
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Schloss Beuggen
Immer, wenn man nach Beuggen kommt, fällt er ins Blickfeld: Der Rhein – Fluss und Verbindung vieler Länder Europas. Er fließt auf seinem Weg vom Gotthard bis in die Nordsee auch an Beuggen vorbei. Bis er diesen Ort erreicht, hat er schon die Alpen, den Bodensee und auch den Rheinfall passiert – und noch viele Länder, Brücken und Orte warten auf ihn. Der Rhein ist mehr als nur ein Landschaftsmerkmal oder einfach ein Schifffahrtsweg. Flüsse sind Sehnsuchtsorte, an deren Ufern Gedichte geschrieben werden, Liebesgeschichten beginnen, und auch so manche schaurige Geschichte ereignet sich am Ufer – oder endet in der Tiefe des Wassers, das für viele auch eine Metapher für das Leben mit seinen Ufern und Stromschnellen ist.
 
Im idyllisch gelegenen Schloss Beuggen fand vom 4. bis 10. September 2016 unter dem Titel "Unter den Sternen am Rhein" der erste "Literarische Sommer" statt. Im Teehaus des Schlosses lasen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ihren Texten und sangen Musiker Lieder vom Leben, vom Tod und der Liebe.
Eröffnet wurde die Veranstaltungsreihe am Sonntag Abend mit einem Gottesdienst mit dem Titel "Von Fluss-Läufen und Lebens-Läufen". Gestaltet wurde er von Pfarrer Martin Abraham, Pfarrer Dr. Gernot Meier und dem Saxophonisten Ralf Geisler.
 
Auf dem Programm standen an den kommenden Abenden Lesungen: Den Anfang machte Roland Brunner, Schauspieler und ehemals Referent für musisch-kulturelle Bildung der badischen Landeskirche, mit seiner Lesung aus Friedrich Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“. Aus seinem Roman „Polarrot“ las Patrick Tschan (Allschwil). "Der schöne Fischer“ hieß es am Mittwochabend: Volker Patalong, Erzähler und Seminarleiter, erzählte Märchen und musizierte mit der Obertonflöte. Markus Manfred Jung (Hohenegg) brachte aus einem großen Fundus alemannische Gedichte und Geschichten zu Gehör. Die Autorin Claudia Gabler (Bühl) las schließlich Gedichte aus ihrem Buch "Wohlstandshasen".
 
Die Veranstaltungsreihe endete mit einem Auftritt der Band "Wunderfitz": die alemannische Muttersprache und die Menschen in diesem Lebensraum standen im Mittelpunkt der Lieder und Geschichten von Dieter Schwarzwälder und Rolf Rosendahl.
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Teehaus
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Claudia Gabler
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Besuch des Isenheimer Altars, Museum Unterlinden
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Gernot Meier (l.) mit Teilnehmern
Angeboten wurde auch ein reizvolles Vor- und Nachmittagsprogramm, u.a. ein Spaziergang über den Rhein mit vier Fährfahrten nach Basel, Besuche der Fondation Beyeler in Riehen, des Vitra Design Museums in Weil am Rhein. Bei einer Schlossführung wurde die wechselvoll Historie von Schloss Beuggen deutlich: Ritterburg – Deutschritterorden – Lazarett – Aufenthaltsort von Kaspar Hauser? – Armenschullehrer- und Armenkinderanstalt – Kinderheim – Tagungsstätte ...
 
Ein Höhepunkt war sicherlich auch der Besuch des Unterlindenmuseums in Colmar. Das ehemalige Dominikanerkloster hat sich seit Ende 2015 in ein repäsentatives  Ausstellunghaus verwandelt. Gebäude aus drei Epochen, die von den Architekten Herzog & de Meuron um- und neu gebaut wurden, bilden den sehenswerten Museumskomplex. Im Museum selbst beeindruckten u.a. Matthias Grünewalds Isenheimer Altar und die Werke Martin Schongauers.
 
Der "Literarische Sommer" wurde gemeinsam von Akademie-Studienleiter Dr. Gernot Meier, Leiter der EEB Hochrhein-Markgräflerland Jörg Hinderer  und Studienleiter Martin Abraham (Beuggen) konzipiert. Meier sprach von einer "insgesamt sehr gelungenenen Auftaktveranstaltung, die sicherlich eine Fortsetzung finden wird". Dazu hätten nicht nur das gute Wetter, sondern vor allem die engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer motiviert.
 
Ralf Stieber, Karlsruhe, 15. 9. 2016
 
Quelle: Ralf Stieber, Karlsruhe
Dr. Gernot Meier und Martin Abraham